Reparatur18. Februar 2025· 5 Min Lesezeit

Wasserschaden am Handy – was sofort zu tun ist (und was nicht)

Es passiert schneller, als man denkt: Das Smartphone fällt in die Toilette, wird von einem Getränk übergossen oder landet im Pool. Auch wenn viele moderne Handys als wasserdicht beworben werden, ist ein Wasserschaden nach wie vor einer der häufigsten und gefährlichsten Defekte. Was Sie in den ersten Minuten tun, entscheidet oft darüber, ob Ihr Gerät überlebt.

Die ersten 60 Sekunden – das müssen Sie tun

Schnelles Handeln ist entscheidend. Befolgen Sie diese Schritte unmittelbar nach dem Kontakt mit Wasser:

  • Sofort aus dem Wasser nehmen: Je länger das Gerät im Wasser liegt, desto größer der Schaden. Jede Sekunde zählt.
  • Ausschalten – nicht einschalten: Schalten Sie das Gerät sofort aus und versuchen Sie nicht, es zu bedienen. Stromfluss und Wasser zusammen verursachen Kurzschlüsse, die die Elektronik zerstören können.
  • SIM-Karte und SD-Karte entfernen: Öffnen Sie das SIM-Fach und entfernen Sie alle Karten. Trocknen Sie sie separat ab.
  • Wasser abtupfen: Tupfen Sie das Gerät vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch oder Küchenrolle ab. Halten Sie es nicht kopfüber und schütteln Sie es nicht – das kann Wasser tiefer ins Gerät drücken.

Der Reis-Mythos – warum er nicht funktioniert

Der wohl bekannteste Tipp lautet: „Leg das Handy in Reis." Das klingt logisch, ist aber leider ein Mythos. Studien und Tests zeigen, dass Reis kaum besser trocknet als einfach an der Luft liegen lassen. Im Gegenteil: Reisstärke und kleine Körnchen können in die Anschlüsse gelangen und dort zusätzliche Schäden verursachen.

Deutlich besser geeignet sind Silikagel-Beutel (die kleinen Tütchen, die bei Schuhen oder Elektrogeräten beiliegen). Wenn Sie welche zur Hand haben, legen Sie das Handy zusammen mit mehreren Beuteln in einen verschlossenen Beutel. Ansonsten lassen Sie das Gerät einfach an einem warmen, trockenen Ort mit guter Luftzirkulation liegen.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

  • Föhnen: Heiße Luft kann Dichtungen und Kleber im Gerät beschädigen und Wasser tiefer in die Elektronik drücken.
  • In die Mikrowelle legen: Klingt absurd, wird aber tatsächlich versucht. Die Mikrowelle zerstört die Elektronik sofort.
  • Auf die Heizung legen: Zu hohe Temperaturen schaden dem Akku und können sogar einen Brand verursachen.
  • Laden: Stecken Sie das Gerät niemals ans Ladekabel, solange es nicht vollständig trocken ist. Der Ladeport ist besonders anfällig für Kurzschlüsse.

Was der Profi bei einem Wasserschaden tut

Bei HandySchwan gehen wir bei einem Wasserschaden systematisch vor. Nach dem Öffnen des Geräts wird zunächst die gesamte Elektronik unter dem Mikroskop auf Korrosionsspuren untersucht. Dann wird die Platine in einem speziellen Ultraschallbad mit Isopropanol gereinigt, um alle Wasserrückstände und Mineralsalze zu entfernen.

Nach der Reinigung wird das Gerät sorgfältig getrocknet und getestet. In vielen Fällen funktioniert das Smartphone danach wieder einwandfrei. Die Kosten für eine Wasserschaden-Behandlung liegen bei HandySchwan zwischen 49 und 79 Euro, abhängig vom Aufwand.

Wann ist das Handy noch zu retten?

Die Erfolgschancen hängen von mehreren Faktoren ab:

  • Art der Flüssigkeit: Reines Leitungswasser ist weniger aggressiv als Salzwasser, Kaffee oder Softdrinks. Letztere hinterlassen klebrige, korrosive Rückstände.
  • Dauer des Kontakts: Je kürzer das Handy im Wasser war, desto besser die Chancen.
  • Sofortmaßnahmen: Wer das Gerät sofort ausschaltet und schnell zum Fachmann bringt, hat die besten Chancen.
  • Alter des Geräts: Neuere Geräte mit IP68-Zertifizierung überstehen kurze Wassereinwirkungen oft besser.

Unser Rat: Schnell handeln

Das Wichtigste bei einem Wasserschaden ist Zeit. Bringen Sie Ihr Gerät so schnell wie möglich zu uns – idealerweise noch am selben Tag. Je schneller die professionelle Reinigung erfolgt, desto höher die Chance, dass Ihr Smartphone und Ihre Daten gerettet werden können. Wir sind montags bis samstags an der Schwanthalerstraße 5 in München für Sie da.

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